DEU

Usia

Stephanie Guse (Wien, geb. 1971 in Bielefeld) kreiert kontinuierlich eine Schein- und Wunschwelt, ihr Universum, in dem sie Rollen annimmt, die ihr in der Realität nicht offen stehen.

Fernab von „Superstars” und „Supermodels” steht sie hier als Model, Kaiserin, Künstlerin oder Celebrity im Mittelpunkt und erschafft sich ihre eigene glamouröse Umgebung, die sich jedoch bei genauerem Hinsehen aus wertlosem Material und Abfallprodukten zusammensetzt: Ihre Mode, Accessoires und Interieurs bestehen aus Luftpolsterfolie, Joghurtbechern, Gemüsenetzen und Pappkartons aus dem Supermarkt. Ihr Archiv birgt Ansammlungen von Pralinenverpackungen, Plastik- und Papiertüten, Eislöffelchen, Wäscheklammern und Kronkorken und dient als Arbeitsmaterial für ihre Objekte: Kronen, Designerhandtaschen, Kronleuchter oder auch einen Kamin.

Einige werden zu Installationen im Ausstellungsraum, andere werden ausschließlich fotografiert und innerhalb Stephanie Guses Werbemaschinerie weiterverarbeitet. Sie werden zu plakativ anmutenden Fotoarbeiten oder innerhalb einer Publikation zur Werbebotschaft für ein zwar nur scheinbar luxuriöses, aber dank Humor und Improvisation, auch gelingendes Leben.

Stephanies Ausstellung USIA, deren Titel sie von einem in ihrem Video verwendeten Orangeneinwickepapier entlehnt hat, beginnt gewissermaßen auf der Terrasse: Einer ihrer Lüster (aus Luftpolsterfolie) wird im Pavillon präsentiert und bietet insbesondere abens beleuchtet eine imposante Einstimmung.